Zurück aus der Fischhölle…

Hallo geneigter Leser,

es ist vollbracht, mein Norwegenurlaub liegt endlich (?) hinter mir. Nein, es war nicht sooo schlimm das ich um jeden Preis zurück wollte aber gewisse Abstriche in der Lebensqualität haben einem die Heimkehr halt nicht so schwerfallen lassen.

Zählen wir doch erstmal die positiven Seiten des Urlaubs auf. Ein wunderbares Land, Norwegen, besucht und wieder ein Stück besser kennengelernt. Unzählige Stunden mit Angeln auf der See und im Fjord verbracht, als Stadtmensch lernt man die Ruhe doch sehr schätzen. Reichlich Fisch gefangen (leider keinen richtigen Kracher drunter) und auch ein bißchen von gegessen. Die frische und saubere Meeresluft wirkte wie Kur auf die gestreßte Städterlunge. Die Mutation von Land- zur Seeratte vollzogen, mit allen Vorteilen die es bringt. Einfach den Horizont erweitert und einiges praktisches dazugelernt. Vieeel Bewegung gehabt und ein bißchen fitter geworden.

Die negativen Seiten, leider mehr wie einem recht ist. Durch eigene Unachtsamkeit und Nachläßigkeit beinahe abgesoffen in der See. Das Resultat dieses Unfalls ein kaputter Zeigefinger, jeweils ein ruiniertes Handy und Funkgerät da vergeßen sie vor dem Rausfahren einzutüten. Mein Handyanbieter weigert sich mir ein neues Handy zu stellen, ich werde jetzt wohl kündigen und mir einen neuen suchen. Das Funkgerät muß ich wohl selbst bezahlen, mal schauen ob meine Versicherung das abdeckt. Eine aufgeschlitzte Fußsohle dank Nachläßigkeit eines anderen der einen Aschenbecher kaputtgekriegt hat und danach nicht gesaugt hat. Gottseidank tut es nur weh beim Laufen und hat sich nicht entzündet, immerhin.  Das Schlafen war ein Thema für sich , schwierig eine Woche mit Leuten zu verbringen die die Nacht zum Tage machen und einen Geräuschpegel hinlegen der einen erholsamen Schlaf für mich zumindestens unmöglich macht. Das folgende Streitgespräch artete fast in einer Schlägerei aus, ich war selten aufgebracht und aggresiv und wollte Blut sehen. Nächstes Jahr muß unbedingt Oropax her sonst gibt es Tote.

Die Küche und Verpflegung ist ein Thema für sich selbst. Erstens war die Einkaufspolitik in Sachen Nahrungsmittel komplett für den Arsch. Ein Wochenende kann sehr lang werden wenn man nichts ordentliches zu Fressen hat, der Mensch lebt nicht vom Brot allein. Der Hinweis das das Auto überladen war zählt in meinen Augen nur sehr wenig, ein zweites Auto hätte einfach sein müßen, leider waren die Möglichkeiten diesbezüglich sehr beschränkt.  Sich Montags dann im Supermarkt aufzuregen wie teuer doch alles ist in Norwegen wirkt dann doch sehr albern, erst der Hinweis das man im Urlaub ist und es doch ruhig mal kosten darf (und in dem Falle auch muß) löste das Dilemma auf. Sehr negativ wiegte der Umstand in wie kurzer Zeit die Kollegen die Küche haben verkommen laßen. Mir ist glatt der Apettit vergangen, ich kann einfach nichts essen wenn es stinkt und sich auftürmt. Gespült haben nur die gleichen, ein Teil der Leute hat das Problem für sich selbst ganz einfach gelöst indem sie sich selbst gesagt haben das es doch gar nicht so schlimm sei. Ich habe mich sehr stark zurücknehmen müßen um keinen Streit anzufangen bei dem ich wahrscheinlich eh nicht ernstgenommen wäre und nur wie ein Idiot ausgesehen hätte. In so einem Fall wäre ich wohl sehr aggresiv geworden und es hätte scheußlich geknallt. Ich habe mir die Freiheit herausgenommen am letzten Tag mich aus dem Großreinemachen rauszuhalten. Ich denke wenn man in so einem Pulk wegfährt sollte man sich doch besser absprechen und etwas mehr Rücksicht auf die Befindlichkeiten anderer haben. Egoistisch und asozial sind die harmlosesten Worte die mir zum Verhalten und Benehmen des einen oder anderen einfallen.

Fazit: Ein Urlaub in dem sich die guten und schlechten Seiten in etwa die Waage halten. Unter diesen Umständen würde ich ehrlich gesagt so eine Fahrt nicht mehr antreten. Die Unterschiede im Denken und im Verhalten laßen sich nicht allein mit dem Altersunterschied erklären (bin 10 Jahre älter als der nächstälteste). Die Erwartungen und Vorstellungen der einzelnen Teilnehmer sowie die Toleranzgrenzen gingen hier doch recht weit auseinander, die Kompromißbereitschaft war sehr eingeschränkt. Ich muß wohl noch ein paar Nächte drüber schlafen, vielleicht sehe ich die Sache doch noch in einem etwas positiveren Licht.

Bis bald und Grüße, der Beschuldigte

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